Blogbeitrag

7 Stolperfallen der Eingewöhnungszeit in Kitas – Teil 3: Die Kinder

Während der Eingewöhnungszeit ist es wichtig, eine gute Beziehung zu den Kindern aufzubauen. Diese sollte im Mittelpunkt Ihrer Aktivitäten stehen. Erfahren Sie in diesem Blogpost, worauf sie unbedingt verzichten sollen, damit die die Eingewöhnungen in der Kita möglichst stressfrei verlaufen.

In den letzten beiden Blogpost zu dem Thema haben wir uns bereits der Organisation der Eingewöhnung und mit dem Thema Eltern. Dieses können Sie in den letzte beiden Blogartikeln nachlesen. Hier geht es zu Teil 1 und Teil 2.

6. Stolperfalle: Sie achten darauf, dass die Kinder „Ihnen nicht am Rockzipfel“ kleben

In einer Kita-Gruppe sind Sie für viele Kinder verantwortlich und das müssen die Kinder gleich lernen. Denn schließlich möchten Sie keine „Rockzipfel“ oder „Schoßkinder“ haben. Richtig?  Die Kinder müssen ja lernen, dass Sie nicht gleich springen, wenn Sie weinen, denn ein wichtiges Erziehungsziel ist ja schließlich Selbständigkeit. Daher reagieren Sie nicht sofort, wenn ein Kind weint. Ignorieren Sie es einfach und halten Sie es aus. So erhöhen Sie zwar deutlich den Lärm- und Ihren Stresspegel, aber langfristig wird es sich auszahlen.

So, ich hoffe, dass Sie an dieser Stelle vor Empörung gekocht haben.

Denn dieses Denken, dass Kinder lernen müssten, dass wir nicht sofort springen, ist absolut veraltetes Denken. Es stammt noch aus einer Zeit, in der Kinder abgehärtet werden sollten und in der die Bindung zwischen Eltern und Kindern nicht aufgebaut werden sollte. Ich hoffe, solch altes Gedankengut ist bei Ihnen in der Kita nicht mehr zu finden.

Heute wissen wir, dass eine gute Bindung und feinfühliges Verhalten von Bezugspersonen das A&O für eine gute Entwicklung sind.

Reagieren Sie daher feinfühlig und trösten Sie die Kinder. Bieten Sie den Kindern Nähe und Zuwendung an. Auch wenn das eine oder andere Kind danach „an Ihrem Rockzipfel“ klebt. Das Kind braucht Sie noch als sicheren Hafen. Wenn es so weit ist, wird es sich auch lösen und weitaus bessere Entwicklungsschritte machen, als es mit Druck der Fall gewesen wäre.

7. Stolperfalle: Sie starten in den ersten Wochen mit großartigen Angeboten oder Projekten

Die Eltern sollen schließlich sehen, in welch toller Kita Ihr Kind angekommen ist. Daher ist es ungemein wichtig, dass Sie sofort wunderbare Angebote und Projekte schaffen. Und weil das Stresslevel noch nicht hoch genug ist, basteln Sie auch gleich mit den Kindern – am besten Geburtstagskalender, Namensschilder und andere Dinge. damit es sich bei Ihnen in der Kita zuhause fühlt. Außerdem müssen Ihre Räume nach den Sommerferien auch neu dekoriert werden.

Nein, ein gutes Zuhause macht nicht die Dekoration aus, sondern die Beziehung untereinander. Investieren Sie die Zeit in einen guten Beziehungsaufbau der Kinder zu Ihnen. Nehmen Sie sich Zeit für die Kinder und nicht für die Dekoration, besondere Aktivitäten und Projekte.

Nicht nur Sie müssen eine gute Beziehung zu den Kindern aufbauen, sondern auch die Kinder untereinander. Sie müssen sich wieder als Gruppe finden. Unterstützen Sie dieses bewusst durch Zeit, Aufmerksamkeit und eine gute Kommunikation.

Die Eingewöhnung ist ein Prozess, der sich zwischen Ihnen, einer für das Kind vertrauten Person (in der Regel Mutter oder Vater)  und dem Kind selbst vollzieht. Die ersten Schritte sind, dass es dem Kind während des Aufenthaltes „einfach nur“ gut geht. Es braucht Zeit, um die neuen Räumlichkeiten und die anderen Kindern kennenzulernen.

Das Kind soll sich nicht alleingelassen fühlen. Legen Sie daher den Fokus auf „das Gutgehen“. Denn selbst bei einer gut verlaufenden Eingewöhnungszeit brauchen die Kinder all ihre Kraft, um sich mit den neuen Verhältnissen vertraut zu machen.

Warum Sie das Wort „Fremdbetreuung“ vermeiden sollten:

Zum Abschluss noch ein wichtiger Aspekt: Sprechen Sie nie von der Fremdbetreuung. Denn dieses Wort ist in meinen Ohren ein Unding und spiegelt nicht Ihre Arbeit und ihre Rolle als pädagogische Fachkraft wider. Ich muss ehrlich sagen, dass mir sogar immer die Haare zu Berge stehen, wenn ich von Fachkräften oder in Fachartikeln von dem unreflektierten Gebrauch dieses Wortes lese.

  1. Sie sind keine Fremden für die Kinder. Vielleicht beim ersten Kontakt, aber ab dem Zeitpunkt legen Sie viel Wert auf eine gute Eingewöhnung und einen Beziehungsaufbau zu den Kindern. Daher kann schon mal nicht von einer FREMD-Betreuung gesprochen werden, sondern von einer BEKANNT-Betreuung.
  2. Eine Kita ist eine Bildungseinrichtung und keine Betreuungseinrichtung. Ihre Richtlinien sind der Bildungs- oder Orientierungsplan Ihres Bundeslandes. In diesem wird ausführlich über die Bildung der Kinder gesprochen. Vertreten Sie dieses auch so selbstbewusst und lassen Sie sich nicht zu einer Betreuungseinrichtung degradieren. Ihre Arbeit unterscheidet sich deutlich von einer Betreuung im Kinderparadies im Möbelhaus oder im Fitnessstudio der Eltern.

WICHTIG


Erklären Sie es Eltern und anderen Fachkräften auch so, wenn Sie bemerken, dass diese noch an dem veralteten Wort festhalten. Denn es gehört auch zu einer professionellen Haltung dazu, ein aktuelles Wording zu nutzen und veraltete Worte konsequent aus dem Wortschatz zu streichen.

In diesem Sinne: Viel Erfolg bei der Umsetzung!

Ihre Bianca Hofmann

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    Schlagworte

    Eingewöhnung, Kita, Stolperfallen, Teamarbeit, Tipps


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