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Corona & Kita-Familien – 5 Tipps wie Sie souverän in Krisensituationen reagieren

Corona & Kita-Familien – 5 Tipps wie Sie souverän in Krisensituationen reagieren

Bei Veränderungen und Krisen, die Ihre Kita betreffen, entsteht schnell eine große Dynamik. Diese Dynamik macht auch vor Kita-Eltern nicht halt. Die Betroffenheit und die Sorgen der Eltern haben ein unterschiedlich hohes Maß, das auch in unterschiedlichen Verhaltensweisen resultiert: Manche Eltern haben sicherlich viel Verständnis für die Situation. Sie wissen, dass Sie keinen Handlungsspielraum haben, sondern sich an die gesetzlichen Vorgaben halten müssen. Andere Eltern drücken ihre Unzufriedenheit sehr deutlich aus und schießen dabei auch manchmal über die Grenzen. In diesem Blog-Beitrag erfahren Sie, wie Sie die Kita-Eltern gut durch die Krise begleiten.  

1. Tipp: Zeigen Sie eine hohe Präsenz den Eltern gegenüber

Zeigen Sie gerade jetzt eine hohe Präsenz den Eltern gegenüber. Eine persönliche Präsenz ist zurzeit nicht möglich. Was Sie aber machen können ist: 

  • Schreiben Sie regelmäßig E-Mails, in denen Sie die Eltern über die neusten Geschehnisse informieren. Das sollten zum Einem die politischen Entscheidungen sein, oder Aktivitäten aus der Kita z.B. die Konzeptarbeit, die Umgestaltung der Räume, eine Reinigungsaktion etc.
  • Rufen Sie die Eltern an und fragen Sie ganz einfach: „Wie geht es Ihnen und Ihr Kind in der Situation?“ Hören Sie einfach nur zu, nehmen Sie die Meinungen der Eltern auf, versuchen Sie die Situation zu verstehen. Nutzen Sie dabei die Technik des aktiven Zuhörens. Versuchen Sie zu trösten und strahlen Sie selbst Ruhe aus. 
  • Zeigen Sie sich auch bei den Kindern präsent. Rufen Sie die Kinder an und fragen Sie ebenfalls: „Wie geht es dir? Was erlebst du mit deiner Familie?“ So bricht zum einem der Kontakt zu den Kindern nicht ab und zum anderen zeigen Sie Eltern und Kindern so: „Die Kinder und deren Wohlbefinden liegen uns am Herzen“.

WICHTIG


Eine Präsenz zeigen bedeutet nicht nur die Eltern mit Spielanregungen und Aktivitäten zu versorgen, sondern auch ein offenes Ohr für die Meinungen, Bedürfnisse und Herausforderungen der Familien zu haben.

2. Geben Sie eine Orientierung

Wie die Corona-Krise verlaufen wird, das weiß zurzeit niemand. Dennoch sollten Sie, so weit wir möglich die Wahrheiten und Bedrohungen konkret ansprechen. Zeigen Sie, dass Sie aktiv handeln und alles erdenklich Mögliche machen, um diese Krise bestmöglich und zum Wohle aller Beteiligten zu meistern. Richten Sie Ihren Blick nach vorne und kommunizieren Sie es auch so gegenüber den Eltern. 

Gestalten Sie Ihr Handeln möglichst transparent. Hierzu gehört auch genau zu benennen, welche Auflagen Sie haben und wie eng Ihr Handlungsrahmen zurzeit ist. Ebenfalls gehört es zur Transparenz, dass Sie Grenzen der Mitbestimmung und Einmischung klar benennen.

3. Zeigen Sie Ihre Aktivität

Verharren Sie nicht in einer Schockstarre und versuchen Sie nicht den Unmut mache Eltern auszusitzen, sondern zeigen Sie Aktivität. 

Schaffen Sie neue Rituale für Eltern und Kinder. Kommunizieren Sie auf ungewohntem Weg mit den Eltern und in hoher Frequenz. Intuitiv haben Sie sicherlich schon das Richtige gemacht, indem Sie mit dem gesamten Kita-Team eine Ideenbörse für Aktivitäten zu Hause geschaffen haben. 

Finden Sie unter den Eltern Meinungsführer und Schlüsselpersonen. Diese Personen können die Meinung in der gesamten Elternschaft positiv wie negativ beeinflussen. Kooperieren Sie mit dem Elternbeirat Ihrer Gruppe und Ihrer Einrichtung und tauschen Sie sich jetzt besonders mit den Mitgliedern über die aktuelle Situation aus. Bitten Sie den Elternbeirat den Eltern direkt und im Rahmen des Datenschutzes von diesem Austausch zu berichten.

Idee


Vielleicht kann der Elternbeirat auch Familien zusammenbringen, die sich bei der Betreuung ihrer Kinder abwechseln können. Besprechen Sie dieses mit dem Elternbeirat. Schaffen Sie eine Möglichkeit, wie interessierte Eltern zueinander in Kontakt kommen können.

4. Schenken Sie allen Beteiligten Rückhalt

Zur Krisenbewältigung gehört es auch, Fehler zu machen. Denn eine Krise ist eine neu Situation, die vorher noch nie da war. Daher können Sie nicht auf Erfahrungswerte zurückgreifen. Wichtig ist es, dass Sie aus diesen Fehlern lernen und bei möglichen Rückschlägen nach vorne schauen. Suchen Sie immer wieder neue und kreative Wege, um das Beste aus der Situation und den Vorgaben zu machen. 

Kommunizieren Sie dieses auch so den Eltern und zeigen Sie immer wieder: „Sie als Familien und wir als Kita-Team stehen zusammen und schaffen das! Zum Wohle der Kinder“. 

Schenken Sie auch Rückhalt, indem Sie auf Emotionen möglichst gelassen reagieren. Ich weiß, dieses ist manchmal überhaupt nicht einfach. Vertagen Sie im Zweifelsfall ein Gespräch um einen Tag, bis Sie wieder in Ihrer Balance sind. Sprechen Sie allen Beteiligten, Eltern, Kita-Kinder und Ihrem Team Mut zu. Denn das wichtigstes in einer Krise ist es, dass Sie den Zusammenhalt zwischen den Familien und der Kita sicherstellen.

5. Achten Sie auf Ihre eigene Balance

Sie können die Familien nur gut durch die Krise begleiten, wenn Sie selbst mit sich in einer guten Balance sind. Häufig ist es in Krisensituationen schwer, die Interessen und Bedürfnissen der Kinder, Eltern und der Kita, mit den gesetzlichen Vorgaben in Einklang zu bringen. Dieses kann schnell zu einer Zerreißprobe für Sie werden. 

Daher ist es von großer Bedeutung, dass Sie selbst in Balance sind. Hierzu gehört die Fähigkeit zur Selbstreflexion, sowie die Wahrung der Balance. Aktivieren Sie ganz besonders jetzt Ihre Kraftquellen und schaffen Sie eine angemessene Distanz zum Thema. Dieses funktioniert beispielsweise dadurch, indem Sie wissen, wie Stress bei Ihnen entsteht und was Sie dagegen machen können.

Fortbildungs-Tipp


Fällt es Ihnen ab und zu schwer, so richtig abzuschalten? Oder kennen Sie Ihre eigenen Energiequellen und -räuber noch gar nicht? Dann möchten wir Ihnen unsere Fortbildung „Mehr Balance im Kita-Alltag“ ganz besonders ans Herz legen!

Ich bin voller Zuversicht, dass Sie auch weiterhin eine gute Beziehung zu den Kita-Familien haben werden. Lassen Sie sich von Rückschlägen nicht entmutigen. Behalten Sie das Wohl des Kindes im Blick. 

Ihre 

Bianca Hofmann 

Fortbildung
Unsere Unterstützung für Sie:

Neue online Fortbildung „Pädagogische Unterstützung bei der Traumabewältigung von Kita-Kindern“

Wenn Sie noch mehr Unterstützung zu diesem Thema suchen, dann ist unsere neue online Fortbildung genau richtig für Sie. Sie unterstützt Sie dabei zu verstehen, wie und wodurch es zu einem Trauma kommen kann und sich dieses im Gehirn auswirkt.

Dieses Wissen hilft Ihnen dabei, die Kinder und deren möglicherweise unerwartete und nicht situationsangemessene Reaktionen besser zu verstehen und pädagogisch angemessen zu begleiten. Sie bekommen viele praktische Ideen und Tipps an die Hand, wie Sie:

wie Sie:

  • die Resilienz der Kinder stärken,
  • die Ressourcen der Kinder bewusst machen und (wieder) aktivieren,
  • durch Ihre achtsame Unterstützung den Kindern Trost und neue Hoffnung schenken,
  • den Kindern vermitteln, dass die Kita ein sicherer Orte ist.
  •  

    Von diesen Ideen und Tipps profitieren nicht nur Kinder, die ein Trauma erlebt haben, sondern alle Kinder in Ihrer Kita.


    Schlagworte

    Corona, Coronakrise, Fachkraft, Kinder, Kita, Krise, Maßnahmen, Trauma, wiedereingewöhnung, Wiedereinstieg


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