Blogbeitrag

Die Auswirkung der Maskenpflicht auf die Sprachbildung von Kindern

Worauf Sie bei der Nutzung von Mundmasken in der Kita unbedingt achten sollten.

Kinder sind beim Lernen von neuen Worten auf Ihr Mundbild angewiesen

Mundmasken sind zurzeit in vielen Bereichen oder Situationen vorgeschrieben. Immer wieder steht zur Diskussion, ob Sie in der Kita sinnvoll sind. Darum geht es in diesem Beitrag aber nicht. Sie sollen erfahren, worauf Sie bei der Nutzung eines Mundschutzes unbedingt achten sollten. Dies bezieht sich nicht auf die Hygiene und das richtige Anlegen und Tragen - dazu gibt es genügend Informationen. Es geht darum, wie ein Mundschutz auf die Entwicklung der Kinder wirkt.

Bedenken Sie immer, dass Kinder nicht jedes Wort verstehen. So versteht ein einjähriges Kind rund 200 Wörter. Dieser Wortschatz wächst kontinuierlich an, sodass Kinder im Schulalter rund 13.000 Wörter verstehen. Wir Erwachsene nutzen 20.000 – 25.000 verschiedene Wörter.

Damit möchte ich Ihnen deutlich machen, dass die Kinder nur einen Bruchteil der Worte verstehen, die Sie nutzen. Sicherlich passen Sie Ihre Kommunikation den Kindern an und wählen kindgerechte Worte. Sie nutzen unbewusst auch viel neue Worte, die das Kind nicht versteht. Das ist auch gut so, denn Kinder lernen durch Sie als Sprachvorbild neue Worte. Es muss die passenden Worte hören, die Bedeutung im Alltag erfahren und auch sehen.

Dabei ist Ihr Mundbild bedeutsam für die Entwicklung der Lautbildung der Kinder. Das bedeutet: Das Kind muss auch sehen, wie Sie den Mund und die Lippen bewegen, wenn Sie das Wort aussprechen. Dieses ist eine bedeutende Lernstrategie der Kinder. Wenn Kinder Ihren Mund nicht sehen können, dann fällt diese natürliche Sprachlernstrategie einfach weg.

Denn das Kind kann nicht sehen, wie Sie dieses unbekannte Wort bilden. Es kann es schwerer lernen. Das ist auch ein Grund, warum Kinder die feinen Nuancen der [S]-Laute erst zum Schluss lernen. Diese lassen sich am schlechtesten vom Mundbild anderer Menschen ablesen. Ebenso, warum Kinder mit einer Sehbehinderung in verschiedenen Sprachbereichen eine andere Sprachentwicklung aufweisen als Kinder, die sehen können. So lernen blinde Kinder visuell sichtbare Konsonanten wie [b] oder [f] später als sehende Kinder.

Ihre Aussprache wird durch einen Mundschutz undeutlicher!

Zudem ist durch die Mundmaske unsere Aussprache nicht ganz so deutlich wie üblich. Sie haben diesen Effekt sicherlich auch schon häufiger bemerkt, wenn andere Menschen mit Mundschutz mit Ihnen gesprochen haben. Wenn der Mensch nicht bewusst deutlicher oder lauter spricht, war es mitunter schwer, ihn zu verstehen.

Nun denken Sie einmal daran, dass Kinder ihr Gehör noch weiter sensibilisieren und trainieren. Für Kinder ist es noch schwieriger, den Sinn einer Aussage zu erschließen, wenn Ihre Aussprache durch einen Mundschutz undeutlicher wird. Denn um ein neues Wort richtig zu lernen, ist es wichtig, dieses auch richtig zu hören: den Klang des Wortes in seinen ganzen Facetten, die Betonung und die einzelnen Laute. So kann das Kind in einem ausmachen, wo das neue Wort in einem Satz beginnt und wo es aufhört.

Tipp


Falls Sie (zeitweise) mit einem Mundschutz arbeiten, dann achten Sie bewusst darauf, etwas lauter und deutlicher zu sprechen.

Kinder brauchen die nonverbale Kommunikation

Wenn ein Kind nicht jedes Wort in einem Satz versteht, erschließt es sich den Sinn durch Ihre non-verbale Kommunikation. Beispielsweise, ob Sie freundlich, ängstlich oder aufmunternd schauen. Sie merken es häufig daran, dass die Kinder Sie gezielt anschauen. Manchmal wechselt der Blick der Kinder auch von einer Bezugsperson zur Anderen, um sich zu vergewissern, ob beide Personen nonverbal dasselbe sagen.

Sicherlich kennen Sie es auch, wenn Sie mit Mundmasken einkaufen gehen. Sie möchten eine Person im Geschäft freundlich anlächeln. Die Person schaut Sie zwar an, aber sie nimmt Ihr Lächeln nicht wahr – auch, wenn wir „mit den Augen mitlächeln“, denn Ihr lachender Mund ist durch den Mundschutz nicht sichtbar.

Wenn Ihr Mund verdeckt ist, können die Kinder nicht wahrnehmen, ob eine Person freundlich, aufmunternd, streng oder böse schaut. Sie können die Emotionen, die in einer Aussage mitschwingen, nicht deuten. Wenn Sie mit einem Mundschutz arbeiten oder morgens die Kinder und Eltern begrüßen, dann achten Sie bewusst auf Ihre sichtbare Gestik und Mimik.

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    Ich wünsche Ihnen viele wunderbare Momente mit den Kindern in Ihrer Kita.

    Ihre Bianca


    Schlagworte

    alltagsintegriert, Fachkraft, FAQ, Kinder, Kita, material, Sprachentwicklung, übung


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