Blogbeitrag

So schaffen Sie für Kinder Perspektiven nach der Corona-Krise

So schaffen Sie für Kinder Perspektiven nach der Corona-Krise

Im letzten Blogartikel haben Sie viele Tipps bekommen, wie Sie den Kindern die Auswirkungen der Corona-Krise erklären und auf kindgerechte Art und Weise „besprechbar“ machen können - die ersten 2 Phasen, wenn es um die Bewältigung von Herausforderungen im Leben geht. (Den vergangenen Blog-Artikel können Sie hier nachlesen).

Im heutigem Blogartikel geht es um die letzten 2 Phasen der Krisenbewältigung: Wie Sie mit den Kindern eine Perspektive für die Zeit nach der Corona-Krise schaffen.

Phase 3: Verabschieden Sie sich von alten Gewohnheiten

In dieser Phase ist es wichtig, dass die Kinder sich von Gewohnheiten bewusst verabschieden, die sie gerade nicht ausleben können. Das können Besuche bei einem Freund sein, das wöchentliche Fußballtraining u.ä. oder auch geplante Aktivitäten wie ein Kita-Fest oder einen besonderen Ausflug. Schaffen Sie Rituale, mit denen sich die Kinder von diesen Dingen (vorrübergehend) verabschieden können.

So unterstützen Sie die Kinder richtig


  • Beispielsweise indem Sie Papierschiffe falten. Die Kinder malen auf das Schiff die Aktivität, von der sie sich verabschieden möchten. Lassen Sie die Schiffe auf einem Bach fahren und sagen Sie laut und bewusst „Auf wiedersehen“. Sie können diese Schiffe und den Auftrage sie fahren zu lassen auch an die Eltern weitergeben. Diese werden für die Anregung sicherlich dankbar sein.
  • Die Kinder können auch ein Bild, mit den Dingen malen, von denen sie sich vorrübergehend verabschieden. Falten Sie dieses Bild und geben sie es in einem Briefumschlag. Geben Sie den Umschlag in deine Box. Wenn diese Aktivitäten wieder möglich sind, dann holen Sie die Briefe wieder hervor und betrachten Sie die Bilder gemeinsam. Sprechen Sie nochmals über die damalige Situation.
  • Kinder lieben Feuer. Notieren Sie sich alle Dinge, von denen sich die Kinder verabschieden wollen und verbrennen Sie diese in einer feuerfesten Schale. Beachten Sie dabei unbedingt den Brandschutz.
  • Auch hier gilt wieder: Sprechen Sie mit den Kinder darüber, wie sie Abschied nehmen können. Denn es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten und Wege. Wichtig ist nur, dass der Weg zu den Kindern passt und das Ziel erreicht.

    WICHTIG


    Die einzelnen Phasen verlaufen nicht linear oder in einem bestimmten Zeitabschnitt. Sie überlappen sich gegenseitig. Es gibt auch häufig Rückschritte und dann auch mal wieder große Fortschritte.

    Phase 4: Bauen Sie eine Brücke zu der neuen Zeit

    Wenn eine herausfordernde Phase schon länger besteht, ist sicherlich bald auch eine Veränderung an. Das bedeutet, dass die Phase nun nicht mehr so lange dauern kann. Nun steht die Frage im Raum: „Was machen wir nach der Krise“. Denn für das Kind wird sich wieder einiges verändern. Sie müssen sich von liebgewonnen Strukturen verabschieden z.B. von einer innigen Familienzeit oder den kleinen Gruppen in der Notbetreuung.

    So unterstützen Sie die Kinder richtig


    Entwickeln Sie mit den Kindern bei Ihnen in der Notbetreuung Visionen:

    „Was machen wir nach der Corona-Zeit“ oder „Was machen wir, wenn alle Kinder wieder in der Kita sind“. Geben Sie diesen Tipp auch an den Eltern weitern. Das hilft den Kindern dabei, sich auf die neue Veränderungen und auf eine Rückkehr in die Kita-Gruppe einzustellen. Dabei ist Träumen erlaubt.

    Entwickeln Sie die Visionen auch wieder, indem Sie mit den Kinder kreativ werden, die Ideen durch Bewegung ausdrücken oder gemeinsam die neue Situation spielen werden. Denken Sie auch daran, die Kinder bei Ihnen in der Notbetreuung wieder auf „das normale Kita-Leben“ vorzubereiten. Entwickeln Sie auch hier gemeinsam Versionen, wie das „normale Kita-Leben“ aussehen könnte.

    Würdigen Sie positive Veränderungen

    Ebenso wichtig ist es, auch das zu würdigen, was in der Corona-Krise schön war. Das kann die innige Familienzeit sein oder die kleine Kita-Gruppe während der Notbetreuung. Denn jede Krise hat auch positive Aspekte. Würdigen Sie diese positiven Aspekte durch das Gespräch oder wie schon weiter oben beschrieben: durch kreative Aktivitäten.

    Überlegen Sie mit den Kindern auch, welche dieser positiven Dinge möchten wir beibehalten. Sprechen Sie mit den Kindern darüber: „Was war schön, was hat mir gefallen“. Sprechen Sie hierüber auch mit Ihrem Kita-Team. Denn nach der Krise muss nicht alles genau so sein, wie vorher. Das ist nicht das Ziel. Denn jede Krise birgt auch eine große Chance zur Veränderung. Nutzen Sie diese Chance und entwickeln Sie ihre pädagogische Arbeit weiter.

    Mein persönliches Fazit

    Ich persönlich habe während der Krise die kleinen Dinge des Alltags wie beispielsweise ein Eis aus der Eisdiele besonders geschätzt. Sie glauben gar nicht, wie dankbar ich über dieses kleine Stück „Normalität“ war. Ebenfalls habe ich die Verbundenheit mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, und den Abonnenten meines Instagram-Accounts „praxiskita“als sehr wertvoll erlebt. In den vielen Webinaren, die ich während dieser Zeit gegeben habe, ist so ein toller Spirit entstanden.

    Lassen Sie uns diesen – auch nach der Corona-Krise weiterleben.

    Ich freue mich sehr darauf.

    Ihre Bianca Hofmann

    Unsere Unterstützung für Sie:

    Kostenlose Webinare während der Corona Schließzeit

    Wir wissen, dass die Corona-Schließzeit viele Kitas vor massive Herausforderungen stellt. Wir möchten Sie in dieser schwierigen Phase gerne tatkräftig unterstützen und haben uns daher entschieden, Ihnen während dieser Phase einen Großteil unserer Webinare kostenlos zur Verfügung zu stellen.

    In unserer Akademie finden Sie daher nahezu täglich kostenlose Webinare zu verschiedendsten Themen rund um die pädagogische Arbeit – für Ihre pädagogischen Fachkräfte.


    Schlagworte

    Corona, Fachkraft, Kinder, Krise, Maßnahmen


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