Blogbeitrag

Digitale Medienbildung in der Kita – Worauf kommt es wirklich an?

Digital Media Education - What really matters?

Digitale Medienbildung bedeutet nicht vorrangig, digitale Medien, Apps und Tablets zu nutzen. Das Drumherum ist weitaus größer und bedeutsamer, als zu wissen, wie digitale Medien und Geräte genutzt werden. Du als Kita-Fachkraft nimmst dabei eine bedeutende Rolle ein. Durch die Gestaltung der Bildungsinhalte, deiner pädagogischen Begleitung und deiner Vorbildrolle. Lerne deshalb in unserem heutigem Blogartikel die 7 Bereiche der digitalen Medienbildung kennen.

Diese 7 Bereiche umfassen die digitale Medienbildung

Digitale Medienbildung umfasst folgende 7 Bereiche:

  • Identitätsarbeit und Grenzüberschreitung
  • Eigene Geräte als wichtige Medienerfahrung
  • Medien und Freizeit
  • Medien und Kita/Schule/Beruf
  • Medien als soziale Erfahrungen
  • MedienheldInnen
  • Emotionale Erfahrungen mit oder durch Medien

Kinder brauchen heute in der Regel nicht mehr lernen, wie digitale Medien genutzt werden. Denn diese sind intuitiv zu bedienen. Viel wichtiger sind die 7 Punkte die du oben siehst inklusive der Möglichkeiten, die digitale Medien bieten und den Risiken zu thematisieren.

Beispiel: Identitätsarbeit und Grenzüberschreitungen

Was sich hinter diesen Oberbegriffen versteckt, möchte ich dir an dem ersten Bereich „Identität und Grenzüberschreitung“ erläutern. Konkret bedeutet das, mit den Kinder über Grenzüberschreitungen zu sprechen, d.h. dass man nur ein Foto von einer Person machen darf, wenn diese das auch möchte. Dass keine peinlichen Situationen fotografiert werden darf z.B. eine Person, die auf der Toilette sitzt oder gerade sehr herausfordernde Emotionen hat. Klingt selbstverständlich, das ist es aber nicht immer.

Hier ist auch deine Vorbildrolle wichtig, als dass du selbst achtsam reagierst und Kinder vorher fragst, ob du ein Foto machen darfst. Ich weiß, dass bei diesem Gedanken einige Pädagogen zusammenzucken. Wie soll ein Kind lernen, dass man keine anderen Menschen ungefragt fotografieren darf, wenn es selbst immer wieder ungefragt fotografiert wird?

Alternativ kannst du immer noch hinterher mit dem Kind das Foto besprechen, indem du erklärst: „Du warst so im Spiel vertieft, ich wollte das für dich als Foto festhalten. Lass uns mal die Fotos anschauen. Gefällt dir das Bild von dir? Magst du es? Wie möchtest du am liebsten fotografiert werden? Wann findest du ein Foto schön?“

Wenn das Kind dieses nicht mag, wird es gelöscht. Solche und ähnliche Dialoge gehören zur Identitätsbildung der Kinder und das Wahren von Grenzen. Du nimmst durch den begleitenden Dialog und dein achtsames Handeln eine bedeutende Vorbildrolle ein, die Kindern zeigt, wie sie ebenfalls achtsam mit anderen Menschen und digitalen Medien umgehen.

WICHTIG


Ist dir bei diesem Beispiel etwas bewusst geworden? Wir sprechen die ganze Zeit von der digitalen Medienbildung. Es wurde nicht über Apps, Tabletts & Co. gesprochen, sondern über die bewusste Gestaltung deiner Vorbildrolle. Und genau hierum geht es hauptsächlich. Dabei ist es ganz egal, ob die Kamera mit denen die Bilder gemacht wurden, eine digitale Kamera ist, ein Tablett, ein Smartphone oder eine analoge Kamera mit Rollfilm. Das Medium ist nur ein Werkzeug. Deine Begleitung und Vorbildrolle ist weitaus bedeutsamer.

Warum ist das so bedeutsam?

Auch wenn die Kita-Kinder noch nicht alleine im Internet unterwegs sind. Auch wenn sie in der Regel noch keine Bilder in den sozialen Netzwerken etc. teilen. Sie erleben es durch die Vorbildrolle der Eltern und vielleicht auch in der Kita tagtäglich.

Kinder die selbst Grenzüberschreitung erleben,

neigen schneller dazu,

auch andere Grenzen zu überschreiten.

Weil es für sie normal ist, so zu handeln.

Denn schon jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um mit den Kindern im Kita-Alltag und bewusst, dieses Thema als Selbstverständlichkeit immer wieder zu besprechen. Damit sie später im Internet auch nicht ungefragt peinliche Bilder von anderen Menschen verbreiten. Ebenso geht es darum, den Kindern ein gutes Selbstbewusstsein zu vermitteln, um zu lernen bei Grenzüberschreitungen „Nein“ zu sagen. So lernen Kinder die Chancen zu nutzen und mit Risiken richtig umzugehen.

ONLINE-FORTBILDUNG


Mit unserer brandneuen online Fortbildung: „Digitale Medienbildung in der Kita“ wollen wir dich unterstützen!

Wir begleiten dich ab dem 15.02.2022 ein Jahr lang dabei, die digitale Medienbildung in deiner Kita auf eine solide Basis zu stellen.

Sei auch du mit dabei!

Fortbildung
Mehr Balance im Kita-Alltag: Stressmomente besser erkennen und lösen

Zeige dem Stress die rote Karte!

Wird es dir im Alltag manchmal zu viel? Die Verantwortung? Der Erwartungsdruck durch Eltern? Der Lärm? Gemeinsam schaffen wir einen Ausgleich.
Dieser Kurs basiert auf zwei Säulen: Erstens widmen wir uns der Selbstreflexion, um die versteckten Antreiber und Stressoren aufzudecken. Zweitens werden wir unterschiedliche Werkzeuge entdecken und ausprobieren, um diesen Stressoren erfolgreich entgegenzuwirken. Melde dich noch heute an und lerne dich selbst und deine Stressmuster besser kennen, um wieder mehr Balance in deinem Alltag zu finden!

Was dich erwartet:

  • Setze dich mit deinen eigenen Gründen für Erschöpfung auseinanderzusetzen und erkenne deine persönlichen Stressmuster beim Umgang mit Belastung und Stress.
  • Du lernst, deine Gedanken, Gefühle und Körpersignale bewusster wahrzunehmen und dich im pädagogischen Alltag achtsam und bewusst zu verhalten.
  • Lerne eine Vielfalt an Achtsamkeitsübungen kennen und finde Zeit und Raum, diese auszuprobieren, um die für dich richtigen Methoden zu finden.
  • Nach erfolgreicher Teilnahme erhälst du eine Teilnahmebescheinigung.

Übrigens: Der Zugang zum Kurs bleibt mindestens für 1 Jahr bestehen. Du kannst dir die Inhalte somit so oft ansehen, wie du möchtest. Klingt spannend? Dann sichere dir noch heute deinen Platz!


Schlagworte

Digitale Medien, Erzieherin, Kita, Kita-Alltag, Medienbildung in der Kita, Pädagogik, Sprachentwicklung


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